In 2014 habe ich zum ersten Mal in Deutschland gewählt - für die Grünen natürlich!
In 2014 habe ich zum ersten Mal als EU-Bürger in Deutschland gewählt – für die Grünen natürlich!

Was nur wenige wissen: EU-Bürger haben in demjenigen Mitgliedstaat, in dem sie ihren Wohnsitz haben, passives und aktives Wahlrecht für die Europa- und Kommunalwahlen. Es ist aber in der Tat so, dass nur sehr wenige EU-Bürger diese Rechte wahrnehmen – vor allem bei den Europawahlen. Denn man kann alternativ auch weiterhin in seinem Herkunftsland abstimmen. So kommt es, dass ich auch im Jahr 2016 für die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Berlin-Kreuzberg kandidiert habe – als Brite.

Und der Brexit? Da war doch was…

Ja, ich könnte meine EU-Staatsbürgerschaft verlieren. An dem Tag im November jedoch, an dem die Grünen ihre Europaliste beschließen werden, werde ich weiterhin EU-Bürger sein, da Großbritannien dann noch EU-Mitglied sein wird. Der Austrittstermin ist für den 29. März 2019 vorgesehen. Auch am 3. März 2019, wenn alle finalen Kandidatenlisten offiziell beim Bundeswahlleiter eingegangen sein müssen, werde ich also noch EU-Bürger sein.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann außerdem nicht ausgeschlossen werden, dass der Brexit-Zeitplan sich verschiebt. Aus diesem Grund möchte ich auf jeden Fall versuchen zu kandidieren – und ich werde es so lange versuchen, wie die rechtliche Lage es erlaubt.

Gleichzeitig habe ich schon die ersten Schritte unternommen, um die deutsche Staatsangehörigkeit zu bekommen. Ich habe bereits den Integrationstest absolviert, und im Oktober 2018 der Sprachtest bestanden. Jedoch kann ich erst nach dem Bundesdelegiertenkongress meinen Staatsbürgerschaftsantrag einreichen. Sollten alle Stricke reißen, der Austrittstermin von Großbritannien gehalten werden, ich meine deutsche Staatsangehörigkeit nicht rechtzeitig erhalten und daher die Kriterien nicht mehr erfüllen, werden ich meine Kandidatur natürlich zurückziehen.